DIE DOLOMITEN
EIN UNESCO WELTNATURERBE

„Treten Sie näher, ich bitte Sie, und betrachten Sie dieses Schauspiel, das ohne Zweifel eines der schönsten, imposantesten und hervorragendsten Dinge unseres Planeten ist... Sind es Steine oder Wolken? Sind sie real oder ein Traum?"

Dino Buzzati in Le montagne di vetro

Nicht nur der berühmte Schriftsteller Buzzati, sondern auch Goethe, der Architekt Le Corbusier sowie der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner haben die Dolomiten als das schönste Beispiel für natürliche Architektur gelobt.

Die Schönheit und Vielfalt ihrer geologischen Formen, Pflanzenwelt und Landschaftsformen haben das in Sevilla versammelte UNESCO-Komitee dazu veranlasst, die Dolomiten am 26. Juni 2009 zum Weltnaturerbe zu erklären. Die Dolomiten sind vor mehr als 250 Mio. Jahren als Korallenriffe entstanden. Wasser, Wind, Eis und Tausende von Jahren haben sie daraufhin geformt und zu den schönsten Bergen der Welt gemacht.
Die „bleichen Berge", wie die Dolomiten aufgrund einer Sage auch genannt werden, gehören zu den italienischen Ostalpen und erstrecken sich über die Provinzen Belluno, Bozen, Tient, Udine und Pordenone.
Ihren Namen haben die Dolomiten vom französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750-1801), der als erster das besondere Gestein dieses Gebiets untersucht. Das Gebiet (Dolomia), in dem vorwiegend das Mineral Dolomit vorkommt, wurde so benannt, um seine Forschungsarbeit zu ehren. Dolomit ist ein wasserfreies Calcium-Magnesium-Carbonat. Dieser chemischen Zusammensetzung verdanken die Bleichen Berge das Phänomen des Alpenglühens, das das weiße Gestein der Dolomiten bei Sonnenaufgang und -untergang rot aufleuchten lässt.

Die Bezeichnung „Dolomiten" erschien erstmals in einem Reiseführer aus dem Jahr 1837, der die Bergregion um das Fassatal, Gröden, Gadertal, Pustertal und die venetischen Alpen so nannte.1864 erschien „The Dolomite Mountains" - ein Reisebericht der zwei englischen Naturforscher John Gilbert und G. C. Churchill. Mit diesem Werk schaffte die Bezeichnung „Dolomiten" den Durchbruch und wurde in ganz Europa bekannt.
Die Dolomiten werden von zahlreichen Säugetier- und Nagetierarten bewohnt. Darunter befinden sich: Rehe, Hirsche, Gämsen, Steinböcke, Wildschweine, Murmeltiere, Eichhörnchen, Dachse, Stinktiere, Maulwürfe, Füchse, Hasen, Siebenschläfer und Igel. Seit einigen Jahren wieder heimisch sind auch Ottern - wenn sie auch noch nicht zahlreich sind. In manchen Gebieten leben auch Braunbären, Luchse und Wölfe.

Die höchsten Berge der Dolomiten sind der Marmolatagletscher, Antelao, Tofana di Mezzo und Monte Cristallo.

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